Allgemeine Information

Was ist Verfahrenstechnik?

Verfahrenstechnik ist die ingenieurwissenschaftliche Disziplin, die sich mit der technischen Durchführung von Verfahren befasst, die Stoffe nach Art, Eigenschaft oder Zusammensetzung verändern.

Gegenstand der Mechanischen Verfahrenstechnik sind alle diejenigen Einwirkungen auf Stoffe, die deren Eigenschaften oder deren Zusammensetzung mit mechanischen Mitteln beeinflussen und verändern. Mechanische Einwirkungen sind vor allem makroskopische Kräfte, die auf die Stoffe ausgeübt werden: Impulsänderungen, Strömungswiderstand sowie Kontaktkräfte (Druck- und Haftkräfte).

Es gibt vier mechanische Grundoperationen (unit operations) in der Mechanischen Verfahrenstechnik, die sich wie folgt dargestellt gruppieren lassen:

Trennen: Klassieren (Sieben, Sichten), Sortieren, Staubabscheiden, Sedimentieren, Filtrieren

Mischen: Feststoffmischen, Homogenisieren (Rühren), Kneten, Dispergieren (Suspendieren, Emulgieren, Begasen)

Zerteilen: Zerkleinern (Brechen, Mahlen, Desagglomerieren), Versprühen (Einstoff-, Zweistoffdüse, Rotationsversprüher)

Agglomerieren: Aufbauagglomerieren (Granulieren, Pelletieren, Dragieren), Pressagglomerieren (Kompaktieren, Tablettieren, Brikettieren)

Hinzu kommen weitere, übergeordnete Aufgabenstellungen wie die Partikelmesstechnik und das Lagern, Fördern und Dosieren von dispersen Stoffen.

Man kann die Mechanische Verfahrenstechnik auch verstehen als die Technik zur Erzielung bestimmter Produkteigenschaften von dispersen Systemen.

Was ist ein disperses System?

Disperses System = disperse Phase (Partikel, Teilchen, Körner, Bläschen, Tröpfchen) + umgebende kontinuierliche Phase (Gas, Flüssigkeit, Feststoff)

Hierbei kann die disperse Phase im umgebenden Medium fein verteilt vorliegen, ohne dass sich die Partikel berühren (z. B. staubhaltige Luft, trübes Wasser, Nebel, Milch) oder die disperse Phase bildet ein Haufwerk, in dem sich die Partikel berühren (z. B. Sandhaufen, Tablette, Schlamm).

Produkteigenschaften sind z. B., wenn

a) die disperse Phase fein verteilt vorliegt:

b) die disperse Phase ein Haufwerk bildet:

Andere Bezeichnungen für die "Mechanische Verfahrenstechnik" sind:

"Verfahrenstechnik der dispersen Stoffe"

"Partikeltechnologie"

"Feststoffverfahrenstechnik"
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Letzteres ist nicht ganz zutreffend, da die disperse Phase nicht nur aus dem Aggregatzustand fest (Körner) sondern auch aus den Aggregatzuständen flüssig (Tröpfchen) oder gasförmig (Bläschen) bestehen kann.

Literatur zum Fachgebiet