Jeder (fester) Körper erfährt in einem Gravitationsfeld durch
die Verdrängung des umgebenden Fluids einen Auftrieb. Ist das spezifische
Gewicht des Körpers geringer als das des umgebenden Fluids, dann ist der
Auftrieb größer als das Gewicht des Körpers und der Körper steigt auf (sofern
er nicht "angebunden" ist).
Durch die Bewegung im Fluid greifen fluidmechanische Kräfte und Momente an den
Körper (zusätzlich zum Gewicht und Auftrieb), die den speziellen Auftriebsweg
beeinflussen. Diese Kräfte und Momente sind:

Darin ist m die Masse des Körpers, u der
Vektor der Geschwindigkeit und Fi der
Vektor der einzelnen am Körper angreifenden Kräfte. Als Kräfte treten auf:

ergibt den Vektor des Momentes der Kraft. 

Durch Integration dieser
Gleichung über die Zeit kann (von einem bekanntem Anfangsdrehung ω0) die Dehnung des Körpers als Funktion
der Zeit bestimmt werden.
Für die Behandlung solcher Probleme hat FLUENT eine
Programmierschnittstelle - die so genannte User-Defined-Functions. Diesen
UDF's werden in der Programmiersprache C geschrieben. FLUENT stellt hierzu eine
Vielzahl von Makros zur Verfügung, mit denen nahezu sämtliche
Zwischenergebnisse von FLUENT (wie Druck, Temperatur, Geschwindigkeit,
Scherkräfte, Druck etc) für jede Zelle des Rechengitters gelesen werden können.
In den UDF's können dann aus den Zwischenergebnissen beliebige neue Größen
berechnet werden und diese neuen Größen können über weitere Makros wieder an
FLUENT zurückgeschrieben werden. Auf diese Art kann FLUENT beliebig um neue
Funktionalitäten erweitert werden.
In einer solchen UDF wurden auf Basis der am Körper angreifenden Druck- und
Scherkräfte die Geschwindigkeit u(t) des Körpers und die Winkelgeschwindigkeit
ω(t) durch Integration der beiden Erhaltungsgleichungen bestimmt. So kann die
Bewegung und Drehung des Auftriebskörpers berechnet werden.
Allerdings verändern sich Druck- und Scherkräfte im Laufe des Auftriebs (je
nach Geschwindigkeit und Winkelstellung des Körpers). Diese Kräfte müssen
deshalb für jeden Zeitschritt neu berechnet werden. Dies wiederum geht nur,
wenn auch die Strömung für alle neuen Positionen des Auftriebskörpers neu
berechnet wird.
Mit dem Tool "Dynmaic Mesh" stellt FLUENT ein Werkzeug zur Verfügung,
mit denen solche Rückkoppelungen berücksichtigt werden können. Dabei wird für
jede geänderte Zwischenposition die Lage des Auftriebskörpers neu bestimmt und
das Lösungsgitter in der Umgebung des Körpers neu aufgebaut. Mit diesem neuen
Gitter werden das Strömungsfeld (und damit auch die Strömungskräfte) neu
berechnet und Position und Winkelstellung des Körpers können neu bestimmt
werden.
![]() |
In einer dreidimensionalen Umgebung sind die hierzu benötigten Berechnungen sehr zeitaufwendig. In 2d-Geometrien dagegen geht das bedeutend schneller. Deshalb wurde zur Demonstration der Auftriebsbewegung ein 2d-Modell erstellt und vergittert. Um die Strömungskräfte am Körper möglichst genau bestimmen zu können, wurde eine so genannte "Boundary-Layer-Vergitterung" gewählt mit Zellen, die in der direkten Umgebung des Körpers sehr fein sind. Das nebenstehende Bild zeigt das Gitter um den Körper herum. |
![]() |
Steigt der Körper auf, werden vor allem im Ablauf
immer wieder neue Zellen gebildet. Das nebenstehende Bild zeigt einen
Zwischenschritt der Berechnungen, in denen man diese Zellneubildungen gut
erkennen kann. Auf diese Art und Weise kann die Zellzahl des Modells im Laufe des Berechungsablaufs drastisch zunehmen. Vor allem bei 3d-Modellen führt das zu wesentlich längeren Berechnungszeiten. Durch Maßnahmen wie "smoothing" oder durch "size functions" kann das Gitter im Ablauf des Körpers wieder vergröbert werden. Diese Möglichkeiten wurden hier ganz bewusst ausgeschaltet, um die Strömungen im Ablauf des Körpers möglichst detailliert wieder geben zu können. |