Strömungssimulation mit FLUENT (FLU)

Mit Hilfe der numerischen Strömungssimulation (CFD = Computational Fluid Dynamics) kann an virtuellen mehrdimensionalen Modellen das Strömungsverhalten von Fluiden unter realen Bedingungen untersucht werden. Dabei wird nicht nur die "reine Strömung" berechnet, sondern auch alle an Strömungen gekoppelten Folgeprozesse wie:

Die Palette der Möglichkeiten ist nahezu unbegrenzt.
Man erhält mit den Simulationsergebnissen "gläserne" Strömungen und kann Apparate und Anlagenteile ganz gezielt auf ein Optimum hin entwickeln.
Eine typische Strömungssimulation besteht aus den drei Einzelschritten:

  1. Modellerstellung und Vergitterung (Preprocessing)
  2. Lösung des Gleichungssystems im Modellgitter (Processing)
  3. Darstellung der Lösungsergebnisse (Postporcessing)

und ist insgesamt ein rechentechnisches Hightech. Die Modellerstellung und -lösung erfordert dabei erhebliche Erfahrungen, die man am besten durch die Methode "learning by doing" erhält:
Am Institut für Prozess- und Strömungssimulation der Fakultät Verfahrens- und Chemietechnik können Studenten der Fakultäten V und M (und anderer Fakultäten der HS) den Umgang mit dem CFD-Programmpaket FLUENT erlernen. Dazu bietet das Institut für Prozess- und Strömungssimulation das Wahlpflichtfach "Strömungssimulation mit FLUENT (FLU)" für die Fakultäten V und M und (bei Antrag) auch für andere Studenten der Hochschule Mannheim an (4-stündiges Wahlpflichtfach).
Man kann diese Vorlesung "einfach so besuchen", um die CFD kennen zu lernen. Will man allerdings am Institut weitergehende Arbeiten zur Strömungssimulation durchführen (Studien-, Projekt-, Diplom- oder Masterarbeiten), so muss diese Vorlesung als Erstes besucht werden, ehe die Studenten mit der Arbeit beginnen können. Die Teilnehmer der Vorlesung können den Institutsleiter Prof. Dr. Michel außerdem als FLUENT-Hotline für alle programmtechnischen Fragen nutzen.
Der Umfang der Vorlesung reicht nicht aus, um die Strömungssimulation so richtig "kennen zu lernen". Ziel ist vielmehr, den Gittergenerator GAMBIT und den Solver FLUENT so verstehen, dass Studenten anschließend zumindest einfache Strömungssimulationen selbsttätig durchführen können. Eine Projektarbeit am Ende des Semesters (eine Strömungssimulation) dient auch als Prüfungsleistung für dieses Fach.
Die Vorlesung besteht aus einem theoretischen und aus einem praktischen Teil. Im theoretischen Teil werden die Besonderheiten der Gittergenerierung und Gleichungslösung besprochen und im praktischen Teil dann die einzelnen Schritte der Strömungssimulation am Rechner erprobt. Die Vorlesung läuft über insgesamt 3 Doppelstunden pro Woche (6 SWS) im FLUENT-Pool des Instituts. Sie wird jedes Semester gelesen.
Die Plätze im FLUENT-Pool sind auf 16 Studenten begrenzt. Um hier eine Auswahl zu ermöglichen, müssen sich interessierte Studenten in eine Liste einschreiben. Diese wird an der Tür zum FLUENT-Pool ab dem Ende eines Semesters ausgehängt für den Kurs zum folgenden Semester.
Die Vorlesung richtet sich an Studenten aus mehreren Semestern und Fakultäten. Deshalb ist es schwierig, vorab gemeinsame Termine zu finden. Die endgültigen Vorlesungstermine werden erst in der ersten Vorlesungsstunde (gemäß Vorlesungsplan) unter der Randbedingung festgelegt, dass die Termine möglichst gut zu den übrigen Vorlesungsterminen der anwesenden Studenten passen. Interessierende Studenten müssen deshalb in dieser ersten Stunde unbedingt anwesend sein.

 

FLUENT-Pool

Moderne numerische fluiddynamische Programme (CFD-Programme) wie FLUENT ermöglichen es, Energie- und Stofftransport sowie die Stoffwandlung in strömenden Systemen direkt aus den Erhaltungs- und Reaktionsgleichungen zu bestimmen.
Kennt man aus solchen Berechnungen die lokalen Strömungs-, Temperatur- und Stofffelder, dann können Apparate der Verfahrenstechnik so konstruiert werden, dass sie bei minimalem Energie- und Stoffeinsatz ein Maximum an Ausbeute bei ebenfalls maximaler Betriebssicherheit haben.
Da mittlerweile moderne Hochleistungs-PC's sehr leistungsfähig geworden sind und CFD-Programme wie FLUENT parallel gleichzeitig auf mehreren Prozessoren und Rechnern arbeiten können, ist es heute möglich, mit relativ preiswerter PC-Technik diese Berechnungen auch für komplexe Strömungen durchzuführen. Man benötigt dazu nicht mehr die teuren Höchstleistungsrechner. 
Deshalb werden in der Industrie immer mehr CFD-Programme eingesetzt. Durch den steigenden CFD-Einsatz erhalten die Programm-Hersteller entsprechend mehr Mittel und können auch entsprechend mehr Arbeit in eine weitere Verbesserung dieser Programme stecken. Dies wiederum macht es für den Anwender immer einfacher, solche Programme für einen weiten Bereich der Verfahrenstechnik einzusetzen. Es ist deshalb abzusehen, dass die Nutzung von CFD-Programmen in der Verfahrenstechnik ein ähnlich hohes Potential an Energie- und Rohstoffschonung bewirkten wird, wie dies z.B. in der Automobiltechnik verwirklicht wurde.
Wegen dieser großen Bedeutung der CFD-Technik für die Verfahrenstechnik hat das Institut PS (früher WT) in 1999 an der Fakultät Verfahrenstechnik (V)  der HS Mannheim einen 'FLUENT-Pool' aufzubauen. Hierzu wurden seit 1999 diverse FLUENT-Lizenzen und FLUENT-fähige-Doppelprozessor-PC's beschafft, die im FLUENT-Pool der Fakultät V aufgebaut wurden und hier von Studenten der HS Mannheim (früher FHT Mannheim) für numerische Strömungssimulationen genutzt werden können.
Zurzeit besteht der FLUENT-Pool aus 9 Rechnern mit jeweils 2 Prozessoren. Die Rechner haben zwischen 4 und 8 Gigabyte Hauptspeicher. Am Institut sind 9 FLUENT-Lizenzen vorhanden und 9 FLUENT-Parallellizenzen. Die Lizenzen sind damit ausreichend, um alle 9 Rechner gleichzeitig mit jeweils 2 Prozessen laufen zu lassen. Das Betriebsystem der Rechner ist das 64 bit Suse-Linux.
Die Rechner können einzeln betrieben werden oder im Rechnerverbund, wobei (grundsätzlich) alle 18 Prozessoren zusammengeschaltet werden können. Praktische Berechnungen laufen meistens auf einem Doppelprozessor-PC ab. Damit können Modelle bis 4 Mio. Zellen berechnet werden. Bei größeren Modellen werden dann mehrere Rechner zusammengeschaltet.
Mit der Vorlesung Strömungssimulation mit FLUENT (FLU) bietet das Institut für Prozess- und Strömungssimulation eine Einführungsvorlesung in die numerische Strömungssimulation an. Diese Vorlesung wird als 4-stündiges Wahlpflichtfach für die Fakultäten V und M anerkannt (und bei Antrag auch für andere Fakultäten). Absolventen dieser Vorlesung können den FLUENT-Pool für eigene Rechnerarbeiten nutzen, sind 'Hotline-berechtigt' für Probleme bei der Strömungssimulation und können am Institut PS Projekt- und Abschlussarbeiten auf dem Gebiet der numerischen Strömungstechnik durchführen.

Das Institut für Prozess- und Strömungssimulation bietet F&E-Arbeiten mit FLUENT im Rahmen von Projekt- und Abschlussarbeiten und auch im Rahmen direkter Institutsarbeiten an. Hierzu sucht das Institut kooperierende Firmen.