Prozess- und Strömungssimulation Thermische Verfahrenstechnik (PSV)

Die Berechnung von thermischen Verfahrensabläufen wird in der verfahrenstechnischen Industrie im Regelfall mit Simulationsprogrammen durchgeführt. Diese Programme erlauben es den Ablauf selbst komplizierter Verfahren direkt zu berechnen und durch Parameterstudien ein Auslegungsoptimum zu bestimmen. Außerdem kann die Wirkung von Einflussgrößen auf den Verfahrensablauf untersucht werden. Man erhält so einen tiefen Einblick in die inneren Abläufe selbst hoch komplexer Verfahren.
PRO/II mit der grafischen Benutzeroberfläche PROVision ist ein solches Computerprogramm. Dieses Programm ist die Arbeitsbasis für die Vorlesung PSV, die im Rechnerpool der Fakultät Verfahrens- und Chemietechnik (CAPE-Pool) als PC-gestützte Vorlesung stattfindet.
Ausgehend von den (verfahrenstechnischen) Problemen eines "Schwarzbrenners" bei der Schnapsproduktion wird sich über die Entschwefelung von Erdgas (MEA-Verfahren) bis zu komplexen Verfahren wie die Erzeugung von Harnstoff oder Vinyl-Chlorid, oder auch zur Ammoniaksynthese und Luftzerlegung vorgetastet.
Anhand dieser Verfahren lernt der Student das Programm PRO/II zu bedienen. Neben dem schlichten Benutzen des Programms beschäftigt sich die Vorlesung auch mit der zugrunde liegenden Thermodynamik und den Apparaten der thermischen Verfahrenstechnik. Vor allem die Grundoperationen "nicht reaktive Destillation" und "chemische Reaktionstechnik in Reaktoren" wird geübt.
Bei den Simulationen werden die folgenden Themengebiete eingehend bearbeitet:
  1. Aufbau der entsprechenden verfahrenstechnischen Apparate (Hintergründe, Bauweise, Funktionsweise, Betriebsweise)
  2. Berechnung des jeweiligen Verfahrens mit PRO/II
  3. Einsatz des mit Fortran programmierbaren Hilfsmittels "Calculator"
  4. Bewertung der Berechnungsergebnisse
Der Student erwirbt im Rahmen dieser Lehrveranstaltung einige Kenntnis über diese Prozesse und über das Programm PRO/II. Als "krönenden" Abschluss werden die Teilnehmer selbsttätig ein komplexes Verfahren mit PRO/II berechnen und optimieren. Die Ergebnisse dieser Simulation sollen in Form einer Semesterarbeit dargestellt werden und dienen als Leistungsnachweis für die Vorlesung.
Die Vorlesung ist eine Pflichtvorlesung im Schwerpunkt Prozess- und Anlagentechnik. Sie wird jedes Wintersemester gelesen.